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Die Kirche San Vigilio und die Totentanz-Darstellung in Pinzolo

Die Kirche San Vigilio von Pinzolo, inmitten der Landschaft von Sorano, stammt aus dem 10. Jh., das genaue Baudatum ist allerdings nicht bekannt. Die Kirche ist nicht zuletzt berühmt wegen ihres Glockenturms, der mit einer Höhe von 72 m der höchste im Trentino ist.

Ursprünglich handelte es sich bei San Vigilio um einen Bau aus der Romanik, die noch im Glockenturm, den zweibogigen Fenstern des Originalglockenstuhls und dem Triumphbogen, der unlängst bei einem Umbau entdeckt wurde, präsent ist. Dann aber kamen gotische Elemente, wie die Vertikalität des Daches, das Spitzbogenportal, die beiden Spitzbogennischen an der Südwand und die Apsiskonstruktion hinzu.

Der äußere Teil der Südwand ist vollständig mit Fresken bedeckt und gliedert sich in drei „Bänder“, die verschiedenen Epochen zuzurechnen sind:

  • Im ersten Teil findet man romanische Darstellungen, die auf das 12. Jh. zurückgehen und die Hl. Katharina, den Hl. Christophorus mit dem Knaben und einige Häupter von Heiligen zeigen.
  • Auf den beiden mittleren Bändern sind der Hl. Vigil und eine Pietà dargestellt, die auf die zweite Hälfte des 15. Jh. zurückgehen.
  • Die beiden Komplexe unterhalb der Dachrinne zeigen die Fresken Danza Macabra und die Sieben Todsünden, Werke aus dem Jahr 1539 von Simone II Baschenis de Averara. Der Totentanz, ein nordisches, für Italien eher ungewöhnliches Motiv, der die Gleichheit aller vor dem Tod symbolisiert, zeigt einen langen Zug von Figuren aus allen gesellschaftlichen Gruppen, die von Skeletten gepackt werden.

Der Zug des Totentanzes wird angeführt von einer Gruppe mit drei musizierenden Skeletten, wobei das erste mit einer Krone, dem Symbol des Todes, der noch über Gott steht, auf einem primitiven Thron sitzt. Zu Christus' Linker sieht man 18 Paare, jeweils ein Lebender mit einer bestimmten gesellschaftlichen Funktion und ein Toter, der ihn zum Tanz auffordert. In diesem ersten Teil des Zuges werden Geistliche, wie Papst, Kardinal, Bischof, Priester und Mönch dargestellt.

Im zweiten Teil des Defilees sieht man Figuren, welche die laizistische Ordnung verkörpern, auch sie gemäß der Bedeutung ihrer Funktion, also Kaiser, König, Königin, Herzog, Arzt und Kaufmann. Dann folgen Personen, die für die verschiedenen Lebensalter stehen, die Jungen, die Alten und ein Kind. Die letzte Figur des Zuges ist ein mit Pfeil und Bogen bewaffneter Tod zu Pferd.